VON STEVE Knopper. Special zu Newsday

 

 

Mit Chester Bennington der seine Unzufriedenheit zu röhrenden Gitarren raus brüllt und Mike Shinoda’s aggressivem Rap, eröffneten Linkin Park vor 10 Jahren mit einem intensiven Debüt-Album, dass genau ins Hard-Rock-Radio passte. Hybrid Theory verkaufte sich 10 Millionen mal, aber die Band experimentierte mehr, arbeitete in den letzten Jahren mit Super-Produzent Rick Rubin und ihr Sound wurde weniger kommerziell. Das letztjährige A Thousand Suns, mit weicherer Instrumentierung und mehr entspannten Hintergrund-Gesang, verkaufte nur 619.000 Kopien. Zu Shinoda, der von einem Tour-Stop in Chicago aus anrief, die kreative Erfüllung übertrumpft die Verkaufszahlen. Die Band spielt Freitag im Madison Square Garden.

 

Ist es fair zu sagen, dass “A Thousand Suns” ein gütigeres, freundlicheres Linkin Park Album ist? Ich denke da an den wiederholten gospelartigen Chorus von “The Catalyst”, bei dem es heißt “God bless us everyone [Gott segne uns alle]“.

 

Ich weiß nicht… “we’re a broken people living under loaded gun [Wir sind ein gebrochenes Volk, das unter einer geladenen Waffe lebt]”? Begrifflich ist es nicht mehr oder weniger heavy, als etwas, das wir bis jetzt gemacht haben. Ich habe einige Dinge gelesen, die die Scheibe “freundlicher” oder “leichter” nennen – das Einzige, was ich vermuten kann, ist, dass diese Leute es darauf zurückführen, dass es nichtmehr so viele heftige Gitarren gibt.

 

Sicher, der lyrische Inhalt ist immernoch intensiv, aber es scheint so, als ob Chester sein typisches Geschreie nichtmehr so oft nutzt, wie er es mal tat – man kann dass nur bei einem Song hören.

 

In gewissem Maße gibt es definitiv weniger superharte Momente auf dieser Scheibe… Bei den ersten beiden Scheiben haben wir sozusagen einen unverkennbaren Style geschaffen. Wir wollten die Aufmerksamkeit der Leute erregen und unser Kennzeichen mit einem bestimmten Sound machen. Dann gingen wir wirklich davon weg mit “Minutes To Midnight”, unserem letzten Album, und experimentierten mit neuen Sounds. Im Laufe der letzten zwei Jahre, seit wir damit begonnen haben, dieses Album zu schaffen, denke ich, dass wir uns wirklich wohl dabei fühlen, zu experimentieren und einen Song zu schreiben, der nicht nach etwas klingt, was wir jemals schon gemacht haben.

 

Ich habe gelesen, dass ihr dieses Mal einen komplett anderen Vorsatz hattet.

 

Bei “A Thousand Suns” waren die ersten Demos strukturmäßig mehr jam-orientiert als irgendetwas, das wir davor getan hatten. Wenn du weißt, wie unsere Band aufnimmt, weißt du, dass wir im Studio nicht zusammen jammen.  Anfangs haben wir diese ganzen Demos sozusagen unter meiner Überwachung gemacht, und die Band liebte sie. Sie wussten, dass es ein frischer Sound für uns war. Es war wirklich interessant und aufregend und herausfordernd.