Von Sarah Rodman
Mitarbeiterin des “Boston Globe” / 28.Januar 2011
„Ich denke nicht, dass wir jemals irgendetwas nur halbherzig tun wuerden.“ So erklaert Mike Shinoda den grossen Wandel, den seine Band Linkin Park 2010 mit dem Album „A Thousand Suns“ vollzogen hat.
Am Telefon, waehrend der Tour aus Chicago, erzaehlt der Linkin Park Rapper-Songschreiber-Produzent, dass er und seine Kollegen in der mehrfach platin ausgezeichneten Band diesen neuen Weg bereits mit dem vorherigen Album, „Minutes to Mitnight“ eingeschlagen haben. Doch dieses Mal wussten sie, eine radikale Aenderung vom Rap/Rock Hybriden , als welcher sie Anfang des Jahrtausends bekannt wurden, vor allem mit Hits wie „Breaking the Habit“ und „What I’ve Done“, war notwendig geworden. Anstatt Aengste in kaettensaegenartige Gitarrengriffe, kehlige Schreie und harte Raps zu buendeln, begibt sich die Band, mit dem wiedergekehrten Co-Produzenten Rick Rubin, nun eher auf elektronische, fliessende und vor allem weichere Pfade.
„Wir versuchen nicht, unsere Fans der [frueheren Alben] „Hybrid Theorie“ und „Meteora“ zu veraergern. Wir wollen Musik machen, die uns herausfordert, die ehrlich ist,“ sagt Shinoda. „Uns war klar, dass [der alte Sound] das war, was sich am besten verkauft, aber wir beschlossen, dieses Risiko einzugehen.“
Linkin Park bringen beides, alte und neue Lieder, am Dienstag nach „TD Garden“, Boston.
Q: Ihr habt bei „A Tousand Suns“ wieder mit Rick Rubin gearbeitet. Wie war das? War er mit der neuen Richtung einverstanden?
A: Mit dem letzten Album haben wir versucht, aus unseren bis dahin bekannten musikalischen Grenzen auszubrechen. Wir wollten nicht immer und immer wieder die gleichen Dinge machen. Wir wollten etwas anderes, und er hat und dabei moralisch sehr unterstuetzt und uns neue Wege aufgezeigt, Toene zu erzeugen. Bei dem neuen Album hatten wir und bereits daran gewoehnt, nicht daran gewoehnt zu sein. Wir haben fast alles alleine aufgenommen, dann hatten wir ein Treffen mit Rick und es passte einfach. Er hat die Demos verstanden. Ihm war klar, in welche Richtung das Album gehen sollte.
Q: Was war die Reaktion auf das Album? Ich denke, bis jetzt ist es euer interessantestes, aber ich frage mich, ob ich mit der Ansicht einer der wenigen bin.
A. Ich wuerde nicht sagen, dass du das an dieser Stelle bist, worueber ich gluecklich bin. Es fuehlt sich so an, als ob wir Schwein hatten, dass das Touren so funktionierte, wie es funktionierte, weil die USA mehr Zeit bekommen hat, sich an das Album zu gewoehnen – weil es ein anderes Album ist. Es ist voll von Ideen, es ist eine dumme Scheibe, akustisch und thematisch; und um ehrlich zu sein, Ich bin ueberrascht, wenn ich hoere, dass Leute sagen, sie liebten es seit dem ersten Durchlauf. In den meisten Faellen hoert man, dass die Leute sich dran gewoehnen mussten oder hineinwachsen mussten. Und das ist gut. Wir dachten, dass das die Art Album war, die wir machten.
Q. Es gibt definitiv eine Fraktion eurer Zuhoerer, vor allem die Metalfans, die ihr Missfallen lautstark gemacht haben. Aber denkt ihr, dass ihr einige neue Fans ergattert habt?
A. Ich hoerte geradezu jemanden sagen, “Als ich gesehen hab, dass es Linkin Park war und mir die Scheibe angehoert habe, hab ich sie nicht gemocht, weil es seltsam war. Und dann hoerte ich diesen geilen neuen Song im Radio und ich wusste nicht, wer diese Band war und ich liebte ihn und ich ging los, um ihn zu kaufen, und es war Linkin Park.’’ Sie hatten diese schraege Schublade mit altem Linkin Park im Kopf, und als sie diese Schublade los wurden, mochten sie das neue Album. Das ist das, was wir gerade brauchen, – Menschen, die offen genug sind, um zu verstehen, dass Linkin Park nicht nur eines ist.
Q: Ihr Jungs seid jetzt seit 10 Jahren in einer Band, was ist das Geheimnis einer anhaltenden musikalischen Ehe?
A: Ich denke, wir haben in der Beziehung einfach Glueck gehabt. Ich weiss nicht, ob wir eine Besonderheit sind oder nicht. Wir sind gute Freunde, und wir kommen immernoch gut miteinander klar, im Studio und auf Tour. Wir verbringen sogar manchmal waehrend unserer Freizeit Zeit miteinander, welches, glaub es oder nicht, fuer viele Bands nicht ueblich ist.
Q: Pop, Dance und Hip-Hop sind in den letzten paar Jahren sehr dominant geworden, waehrend Rock irgendwie immer mehr an Profil verloren hat. Warum denkst du, ist das so?
A: Ich bin nicht der Charts Typ, ich folge keinen Trends. Ich weiss was ich mag, genauso wie jeder andere auch, und ich habe nicht viel puren Rock gehoert in den letzten Jahren, weil es langweilig ist. Die Rockbands, die ich mag – „Phoenix the Temper Trap“ – haben etwas spezielles ansich, das die Wahrnehmung abrundet, und es klingt einzigartiger. Es gab eine lange Zeit, in der Bands Sachen der sechziger und siebziger imitiert haben, was fuer kurze Zeit echt prima ist, aber wenn du nichts anderes hervorzubringen hast, dann kannst du das Interesse der Menschen nur fuer eine bestimmte Zeit gewinnen.























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